Der ECHTE Wohlfühl-Bauernhof mit Herz und Pfiff



Der ECHTE Wohlfühl-Bauernhof, Aschau im Zillertal, Tirol

Familie Schweinberger Lukas
Dorfstraße 13
6274 Aschau/Zillertal
Österreich

Tel.: 0043 (0) 664 47 70 633
e-Mail:info(at)ledererhof-zillertal.at

 

ERBHOF - GESCHICHTE



„Lederer“                      Aschau im Zillertal

 Aschau , Dorfstrasse 13. 444;  EZI. 45/

Derzeitiger Eigentümer: Lukas Schweinberger

Verleihung der Erbhofwürde: 1997

In Familienbesitz seit: 1766

Besitzübergänge: 1778, 1791, 1820, 1834, 1882, 1887, 1918, 1943, 1964/65, 1987, 2015

Einstige Grundherrschaft: Salzburger Hofurbar

Bevor der Hof in die heutige Erbhoffamilie kam, ereigneten sich mehrere Besitzerwechsel in rascher Folge, was die Erben nach Veit Plunser schwer belastete. So entschloß sich Sohn Jenewein Plunser 1766 zum freien Verkauf an Veit Hotter. Das sog. „Tobias-Lehen“ wechselte also um 1800 Gulden den Besitzer. 1775 wurde ein Teil der Au am Emberg trockengelegt und auf 18 Aschauer Höfe aufgeteilt. Durch diesen Neugrund konnte Veit Hotter seinen Besitzstand etwas vergrößern. Als er 1778 verstarb, hinterließ er seiner Witwe Magdalena Brugger vier minderjährige Kinder namens Hans (15 Jahre, Elisabeth (10), Maria (3) und Katharina. Diese mußten neben den Gerichtsgebühren die sog. Anlait zahlen, eine Erbschaftssteuer von 5 %. Die Kinder wurden unter Vormundschaft gestellt. Mit ihrer Mutter führten sie durch 13 Jahre die Wirtschaft gemeinschaftlich.

1791 entschlossen sich die Geschwister, ihre Anteile an Schwester Elisabeth zu übergeben. Die Vormünder Michl Binder und Jakob Daum waren mit der Verzichtsübergabe einverstanden. Die 23-jährige Jungbäuerin war mit Paul Hauser verheiratet, der jedoch nur als Wirtschaftsführer fungierte. Das Inventar war relativ hoch eingestuft worden, weil neben den 4 Kühen und 4 Schafen im Februar noch ansehnliche Vorräte an Heu, Stroh, Halmach, Roggen, Gerste, Weizen, Hafer, Fisolen, Bohnen und Haarlinsen (Flachs) vorhanden waren. Das umfangreiche Mobiliar, insbesondere die zahlreich aufgelisteten Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge, geben einen guten Einblick in die damalige Wirtschaftsführung.

Elisabeth Hauser geb. Hotter führte mit ihrem Mann Paul durch 28 Jahre bis zu ihrem Tod am 12. März 1819 die Landwirtschaft beim Lederer. Die 52-jährige war Alleinbesitzerin und hinterließ fünf Kinder namens Andrä (Knecht zu Thurnbach, volljährig), Simon, Maria, Anna und Matthäus. Da sie kein Testament hinterlassen hatte und Simon als künftiger Übernehmer erst 11 Jahre alt war, wurde die Wirtschaft unter dem Witwer gemeinschaftlich weitergeführt. Paul Hauser hatte in das Hauswesen einen ansehnlichen Betrag eingebracht, doch stellte er keine Besitzansprüche. Um die Jahrhundertwende dürfte es zu einem Neubau gekommen sein, denn es ist in der Abhandlung nach seiner Frau erstmals von keinem halben Haus mehr die Rede. Der Reinnachlaß betrug allerdings kaum 342 fl, weil sein Einbringen der Verlassenschaft angerechnet wurde. Bis zur Volljährigkeit Simons führte der Vater mit den fünf Kindern gemeinsam die Wirtschaft.

Als es 1834 zur Übergabe kam, war der ältere Sohn Andrä bereits Bauer zu Porten in Ramsau. Mit Unterstützung seines Schwiegervaters Josef Eberharter, Bauer beim Binder zu Aschau, trat daher der jüngste Sohn Matthias (*6. Sept. 1808) den Alleinbesitz an. Es übernahm das gesamte Erbe seiner Mutter Elisabeth Hotter, worin auch das umfangreiche Inventar und der Viehbestand mit 5 Kühen, einem Kalb, 2 Rössern und drei Ziegen eingeschlossen war. Mit grundherrschaftlicher Genehmigung wurde dem Jungbauern ein ganzes und ein halbes Haus samt Grundstücken eingeräumt. Matthias mußte seine Brüder Andrä und Simon abfertigen. Die beiden Schwestern Anna und Maria waren bereits 1830 verstorben. Sein Vater hatte beim Lederer die zins-, holz- und lichtfreie Herberge und den Zinsgenuß aus seinem Heiratsgut. Wegen der hohen Belastungen des Übernehmers, zahlte der Vater die Gerichtskosten selbst.

Am 16. Aug. 1882 starb Matthias Hauser im Alter von 74 Jahren nach 48 Jahren Bauernschaft. Er war bereits Witwer und hatte ein Testament hinterlassen, in dem er seinen Sohn Josef Hauser zum unbeschränkten Alleineigentümer einsetzte. Denn weichenden Kindern Maria, Michael, Andrä Georg und Johann mußte der Übernehmer eine bescheidene Abfertigung bezahlen.

Schon am 27. Nov. 1886 starb Jungbauer Josef Hauser unverheiratet und ohne Nachkommen. In seinem Testament bestimmte er seinen Bruder Georg zum Anerbern. Der Verstorbene hatte den Besitz durch Zukauf des Egarten Gern und des Unterbergackers auf einen Wert von 7000 fl gesteigert, doch war der Lederer durch Schulden zu 2/3 belastet.